Serie · 43 Werke

SANCTUARIES OF BLISS

Bühnen des gemeinsamen Glücks

Hier wurde gelacht, getanzt, gespielt und gefeiert. Theater, Ballsäle, Thermen und Casinos waren die Orte, an denen Menschen zusammenkamen, um glücklich zu sein, gemeinsam und für einen Abend ohne Sorgen. SANCTUARIES OF BLISS besucht sie, nachdem der letzte Vorhang gefallen ist.

Die Ränge sind leer, das Gold ist matt geworden, das Licht fällt durch Fenster, die niemand mehr öffnet. Und doch liegt in diesen Räumen noch etwas von der Erwartung, mit der Menschen sie betraten. Das Rascheln der Kleider, das Stimmen der Instrumente, der Moment, in dem das Licht im Saal erlischt und die Bühne aufleuchtet. Man spürt die Freude, die hier geteilt wurde, deutlicher als an jedem belebten Ort, vielleicht weil nichts mehr davon ablenkt.

Diese Häuser wurden gebaut, um das Gemeinsame zu feiern. Ihre Größe war kein Prunk um seiner selbst willen, sondern ein Rahmen für viele, die sich zugleich freuen wollten. Der Stuck, das Gold, die Spiegel: alles diente dem Fest. Heute steht man allein darin, und die Stille hat etwas von dem Augenblick, in dem der Applaus verklungen ist und niemand gehen möchte.

In einer Zeit, die immer digitaler und einsamer wird, wirken sie wie Denkmäler eines anderen Lebensgefühls. Einer Zeit, in der Zusammensein nicht eine Option unter vielen war, sondern der Kern des Vergnügens. Man sieht diese Säle und begreift, was mit ihnen verschwindet.

SANCTUARIES OF BLISS erinnert daran, dass Glück am hellsten dort leuchtet, wo Menschen es miteinander teilen, und dass die Räume, die dafür gebaut wurden, auch leer noch davon erzählen.