Serie · 42 Werke

INDUSTRIAL GARDENS

Gärten, die niemand gepflanzt hat

Stahl, Beton und Glas wurden gebaut, um die Natur draußen zu halten. Fabriken waren Festungen der Ordnung, mit Dächern gegen den Regen, Mauern gegen den Wind und Böden, auf denen kein Halm eine Chance hatte. INDUSTRIAL GARDENS zeigt den Moment, in dem die Natur trotzdem hereinkommt.

Sie braucht dafür keine Gewalt. Ein Riss im Dach genügt, ein Fenster, das niemand mehr schließt, ein Winter, der das Wasser in die Fugen drückt. Dann liegt Erde auf dem Beton, dann fällt ein Same, dann steht nach Jahren eine Birke in der Werkhalle, als wäre sie dort gepflanzt worden. Farn wächst aus Ritzen, Moos legt sich über Rost, Licht fällt durch grüne Blätter auf Maschinen, die einmal glühten.

Der Lärm ist verklungen, doch die Stille ist nicht leer. Sie ist voller Leben, nur eines anderen, langsameren. Aus dem, was Kontrolle, Leistung und Takt bedeutete, wird ein Garten, den niemand angelegt hat und den niemand pflegt. Er ist schöner als jeder Park, weil er niemandem gefallen will.

Diese Serie nimmt Partei für den Wandel. Nicht als Anklage gegen das Gebaute, denn auch die Fabriken haben Menschen ernährt und Städte geformt. Sondern als Staunen darüber, wie sanft und wie unaufhaltsam das Grün zurückkehrt, sobald man es lässt.

INDUSTRIAL GARDENS handelt von der Versöhnung zweier Gegner, die nie welche waren. Metall und Moos, Ordnung und Wildnis, Vergangenheit und Zukunft finden hier zu einem Bild zusammen, das ruhiger ist als beide Seiten allein.