Über

Sven Fennema

Sven Fennema

Sven Fennema, geboren 1981 in Xanten, lebt und arbeitet in Krefeld. Seit 2008 fotografiert er verlassene Orte in ganz Europa, seit 2010 als freier Künstler. Seine Motive findet er abseits der bekannten Wege: Villen und Paläste, Kirchen und Theater, Fabriken, Sanatorien und Gärten, die ihre Bewohner verloren haben und in denen die Zeit ohne Zuschauer weiterläuft.

Fennema erzählt die Geschichten dieser Orte, ohne sie preiszugeben. Ihn interessiert die Zwischenwelt aus Gestern und Heute, der Moment, in dem ein Raum seine Funktion verloren, aber seine Würde behalten hat. Die Bilder zeigen den Verfall nicht als Verlust, sondern als Verwandlung: Licht auf verblasstem Stuck, Grün, das durch Fenster wächst, Stille, in der die Gegenwart der Menschen noch spürbar ist.

Jedes Bild ist das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit dem Ort, seiner Stimmung und seiner Geschichte. Aus diesem Eindruck entsteht das Bildkonzept, lange bevor die Kamera aufgebaut wird. Fennema arbeitet ausschließlich mit dem Licht, das er vorfindet, ohne Blitz und ohne Kunstlicht, meist mit langen Belichtungszeiten vom Stativ. Nichts wird inszeniert; der Ort soll so unversehrt wie möglich ins Bild gelangen. Was die Bilder an Atmosphäre haben, war an diesem Tag in diesem Raum.

Seine Arbeiten erschienen in sieben Bildbänden, zuletzt bei Frederking & Thaler, wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und von Medien wie Der Spiegel, stern, DIE WELT, GEO und ZDF vorgestellt. Ausgewählte Motive sind als Editionen bei LUMAS erhältlich.

Häufige Fragen

Wo entstehen die Aufnahmen?

Auf Reisen durch ganz Europa und darüber hinaus. Am häufigsten führen sie mich nach Italien und Großbritannien, oft auch nach Portugal, Spanien, Rumänien oder Georgien. Jedes Land hat eigene Facetten: seine Geschichte, seine Architektur, seine Landschaften. Den Reisen geht eine lange Recherche voraus, die meisten Orte stehen vorher fest, und doch gibt es immer wieder besondere Zufallsfunde. Auf den Werkseiten steht das Land und, wo es sinnvoll ist, die Region.

Verraten Sie die Adressen der Orte?

In der Regel nicht. Die Recherche und das Aufspüren der Orte sind ein großer Teil meiner Arbeit, in die Vorbereitung jeder Tour gehen unzählige Stunden. Manche Orte nenne ich, oder ich gebe Hinweise, die für die Geschichte wichtig sind. Bei den meisten bleibt die genaue Adresse aber verborgen, weil ich die Gebäude vor Vandalismus und allem anderen schützen möchte, was ihnen schadet.

Wie entstehen die Bilder?

Mit dem Licht, das ich vorfinde, vom Stativ und mit viel Zeit. Mir geht es darum, die Atmosphäre eines Ortes so einzufangen, wie ich sie dort empfinde. Deshalb plane ich bestimmte Lichtsituationen und denke lange über die Wirkung eines Bildes nach, bevor ich es aufnehme. Licht und Stimmung vor Ort sind wichtiger als alles, was danach kommt. In der Bearbeitung greife ich so wenig wie möglich ein und nur so viel wie nötig, damit das Bild die empfundene Atmosphäre wiedergibt. Die Perspektive verändere ich nie, und ich montiere nichts zusammen: Was ein Bild zeigt, war an diesem Ort so vorhanden.

Kommt bei den Bildern KI zum Einsatz?

Generative KI nicht. Mir ist wichtig, die Realität eines Ortes und seine tatsächliche Stimmung abzubilden, ein tiefer Eingriff in das Bild kommt für mich deshalb nicht in Frage. Heutige Werkzeuge nutze ich dort, wo es nötig ist, etwa um Müll oder ein Graffiti zu entfernen. Bildinhalte erzeugen lasse ich nicht: Nichts in meinen Bildern ist erfunden oder aus verschiedenen Orten zusammengesetzt.

Womit fotografieren Sie?

Meist mit einer digitalen Mittelformatkamera, dazu Festbrennweiten und spezielle Shift-Objektive für Architektur. Fast alle Bilder entstehen vom Stativ: Ich arbeite mit langen Belichtungszeiten und nehme oft mehrere Belichtungen auf, und viele Orte sind so dunkel, dass Fotografieren aus der Hand nicht in Frage kommt. Inzwischen fotografiere ich außerdem gern aus der Luft. Die Drohne eröffnet einen völlig neuen Blick auf Gebäude und Szenen.

Kann man die Werke kaufen?

Ja. Jedes Werk gibt es in verschiedenen Ausführungen und Formaten, als Fine Art Print, gerahmt, auf Leinwand oder Alu-Dibond, größere Formate als limitierte, signierte Edition. Die Anfrage geht direkt vom Bild aus: über das Warenkorb-Symbol in der Galerie oder das Formular auf der Werkseite.

Wie groß werden die Werke gedruckt?

Viele Bilder wirken umso intensiver, je größer sie gedruckt sind. Am liebsten sind mir Formate ab 120 cm Kantenlänge, gern auch 180 cm, immer passend zum Raum. Die Bildqualität reicht für deutlich mehr: Einzelne Editionen wurden bis 2,40 m gedruckt.

Wo kann man die Werke im Original sehen?

In meinem Atelier in Krefeld, wo immer eine kleine Dauerausstellung hängt; schreiben Sie mir, wenn Sie vorbeikommen möchten. Außerdem finden Sie meine Bilder in den LUMAS-Galerien in Deutschland und in anderen Ländern. Dazu kommen Ausstellungen auf Zeit, wo und wann steht unter Ausstellungen auf dieser Seite.

Kann ich ein Bild für eine Publikation lizenzieren?

Ja, das klären wir individuell. Stellen Sie die Anfrage über das Formular am jeweiligen Werk und wählen Sie dort die Lizenzanfrage. Verwendung, Medium, Auflage und Laufzeit besprechen wir dann persönlich. Die Grundsätze dazu stehen auf der Seite Bildrechte und Lizenzen.

Sven Fennema

Vita

1981
In Xanten geboren, lebt heute in Krefeld bei Düsseldorf.
2008
Einstieg in die Fotografie, Autodidakt.
2010
Bildband „Anderswelten – Ästhetik des Untergangs“ (Seltmann+Söhne, vergriffen). Seit 2010 selbstständiger Künstler.
2014
Bildband „Tales of Yesteryear“ (Eigenverlag, vergriffen).
2015
Bildband „NOSTALGIA“ (Frederking & Thaler, vergriffen).
2017
Bildband „NEULAND“ (Frederking & Thaler, vergriffen).
2018
Bildband „MELANCHOLIA“ (Frederking & Thaler, vergriffen).
2022
Bildband „MEMENTO“ (Frederking & Thaler).
2023
Bildband „VERGESSENE PRACHT“ (Frederking & Thaler).

Bildbände

Ausstellungen

Alle Ausstellungen

Der Spiegel · stern · ZDF planet e. · GEO · stern